Die zukünftigen Schulformen
Nach der Schulreform wird es in Hamburg nur noch folgende Schulformen geben:
Primarschule
Ab dem Schuljahr 2011 (oder auf Antrag einer einzelnen Schule schon ab 2010) starten die neuen Primarschulen in Hamburg. Die Primarschule ist eine neue eigenständige Schulform, die die Jahrgänge 1 bis 6 umfasst, ggf. mit Vorschule. Die Primarschule verfolgt das Ziel des längeren gemeinsamen Lernens, individueller und besserer Förderung.
In jeder Klasse werden höchstens 25 Kinder unterrichtet, in benachteiligten Stadtteilen höchstens 20 Kinder. Die Primarschule hat eine Grundstufe (0 - 3 bzw. 1 - 3), in der Grundlagen (Lesen, Schreiben, Rechnen, soziales Lernen und Arbeitsweisen) vermittelt werden, und eine Unterstufe (4 - 6), in der die Kinder fachspezifischer lernen.
Ab der 1. Klasse gibt es ein Englischangebot. Ab der 4. Klasse gibt es zwei neue Lernbereiche: Natur und Technik (Naturwissenschaften, Technik, Informatik) sowie Gesellschaft (Politik, Gesellschaft, Geografie, Geschichte). In den Jahrgängen 5 und 6 wird eine zweite Fremdsprache angeboten sowie ein umfangreiches Wahlangebot. Das Bildungsangebot soll so gestaltet werden, dass es sich auch auf die Profile der weiterführenden Schulen bezieht bzw. die Kinder dort gute Anschlussmöglichkeiten haben.
Die Jahrgänge können jahrgangsübergreifend organisiert werden. Auch in der jahrgangsübergreifenden Gruppe bleibt eine feste Bezugslehrerin für die Kinder erhalten. An der Primarschule arbeiten Lehrerinnen und Lehrer sowohl aus der Grundschule als auch aus dem Gymnasium und der Gesamtschule. Die Stärken der Grundschulpädagogik und der Fachpädagogik an weiterführenden Schulen bereichern sich so gegenseitig.
Jedes Kind lernt unterschiedlich schnell und auf unterschiedliche Weise. Durch das längere gemeinsame Lernen haben Kinder mehr Zeit als jetzt, ihre Begabungen und ihre individuellen Bildungsleistungen zu entfalten. Erst nach der 6. Klasse wird entschieden, ob eine Eignung für das Gymnasium vorliegt oder das Kind zur Stadtteilschule geht. In beiden Schulformen hat jedes Kind die Möglichkeit, das Abitur zu machen. In der Primarschule ist das „Sitzenbleiben“ ausgeschlossen. Dies erhöht die Verantwortung und das Bemühen der Lehrkräfte um bestmögliche Förderung jedes einzelnen Kindes. Auch leistungsstarke Kinder sollen durch die größere Individualisierung im Unterricht zu ihren individuellen Bestleistungen heraus gefordert und nicht gebremst werden. Dies kann in heterogenen (z.B. auch jahrgangsübergreifenden) Gruppen besonders gut funktionieren, da sie die Individualisierung zwingend erfordern.
In der Primarschule wird es für alle Jahrgänge individuelle Lernberichte geben, die den Lernstand, die Lernentwicklung und das Arbeitsverhalten differenziert zurück melden. In den Jahrgängen 4 - 6 wird zusätzlich ein Punktesystem eingeführt, in der 6. Klasse ergänzen Noten das Rückmeldesystem.
Stadtteilschule
Die Stadtteilschule bietet ein Lernangebot für alle Schüler/innen, hier können alle Abschlüsse einschließlich des Abiturs (nach dreizehn Jahren) erreicht werden.
Diese Schulform bietet sowohl leistungsschwachen wie auch leistungsstarken Kindern durch unterschiedliche Wege eine entsprechende Bildungslaufbahn.
Einer der Schwerpunkte liegt im praxisnahen Lernen z.B. in Betrieben oder Einrichtungen im Stadtteil.
Bereits ab Klasse 7 wird es eine Berufsorientierung geben.
Berufsschullehrer/innen werden mit einem gemeinsamen Konzept an den Stadtteilschulen unterrichten.
Mit individuellen Förderkonzepten werden Klassenwiederholungen vermieden. Auch leistungsstarke Kinder profitieren von den Praxisbezügen und der Begleitung beim Übergang zum Beruf.
Die Oberstufe ist eine “gymnasiale” Oberstufe und endet mit dem Zentralabitur, wie es auch am Gymnasium geschrieben wird.
Gymnasium
Das Gymnasium bietet besonders leistungsstarken Schüler/innen die Möglichkeit, bereits nach sechs (statt - auf der Stadtteilschule - nach sieben) Jahren das Abitur zu machen.
Aufgrund des erweiterten Fächerangebotes der Primarschulen werden die Kinder gut vorbereitet sein.
Sollten bestimmte Fächer nicht im Angebot der entsprechenden Primarschule vorhanden sein, gibt es die Möglichkeit durch Quereinsteigerkurse schnell das entsprechende Niveau z.B. einer Sprache zu erreichen.
Durch Profilbildung soll der Anspruch einer Allgemeinbildung aufrechterhalten werden. Auch die Berufsorientierung soll mehr im Vordergrund stehen.
Wie auch in den Stadtteilschulen sollen Klassenwiederholungen durch individuelle Förderung vermieden werden. Als Abschluss der Oberstufe steht das Zentralabitur.



