Artikel Feb 2010
Schulreform: Blick über den Tellerand
(...) Wo bleibt der Blick über den Tellerrand? Für alle anderen, die nicht das Glück hatten in sogenannte „bildungsnahe“ Familien geboren zu werden, denen niemand nachmittags vorgelesen hat oder sie schon im Kindergartenalter zu Ballett, Hockey, Klavier, Yoga und „early english“ geschickt hat? Für sie alle ist das System eben nicht gut. Die haben in unserem Schulsystem – so wie es jetzt ist – fast keine Chance nach oben zu kommen. Den Kindern, deren Eltern sich um Bildung bemühen, kann sowieso nichts passieren. Sie werden ihren Weg ohnehin machen. (weiterlesen...)
Goetsch gegen Scheuerl! Psychologe: "Sie war besser" - 24 Feb 2010
Zum ersten Mal diskutierten die Schulsenatorin und der Vertreter von "Wir wollen lernen" öffentlich über die Schulreform - abendblatt.de war dabei. (weiterlesen...)
Einigung mit der Opposition - SPD und Die Linke sind mit an Bord
Die schwarz-grüne Koalition hat sich mit der Opposition heute auf Änderungen am Schulgesetz und ein Bündnis in der Schulpolitik verständigt. Sehen Sie sich die Presseerklärung vom 23.2.2010 an.
Die mit SPD und Die Linke vereinbarten Verbesserungen sollen nun am 3. März 2010 in einer Sondersitzung der Bürgerschaft in das Hamburger Schulgesetz eingearbeitet werden.
Damit beführworten nun alle Fraktionen der Bürgerschaft - CDU, SPD, GAL und Die Linke - die Hamburger Schulreform.
Hier die wichtigsten Veränderungen in Kurzform:
Einigung CDU/GAL mit Die LINKE:
- einjährige Orientierungsstufe am Gymnasium in Klasse 7. Am Ende Zeugniskonferenz-Beschluss über Verbleib oder Abschulung zur Stadtteilschule
- Erweiterung des Bürgerschafts-Sonderausschusses: auch schulische Laufbahn derjenigen Kinder soll überprüft werden, die ohne Empfehlung auf das Gymnasium wechseln
- Lehrmittelfreiheit wird wieder eingeführt
Einigung CDU/GAL mit SPD:
- keine Primarschulklasse mehr als 23 Schülerinnenn und Schüler (bislang gilt 25), in "Brennpunkten" (KESS I/II) maximal 19 Schülerinnen und Schüler.
- Schulkonferenzen können beschließen verspätet Primarschule zu werden
- Einigung soll für 10 Jahre gelten
Presseerklärung der GAL-Bürgerschaftsfraktion
23. Februar 2010
Presseerklaerung der GAL.pdf
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Auf die Mischung kommt es an - 21 Feb 2010
Gespräche zwischen
Cord Wöhlke, 60, Chef der Drogeriekette Budnikowsky, Mitglied des Integrationsbeirates der Stadt
Rolf Steil, 63, Leiter der Arbeitsagentur
Gürol Gür, 43, Gründer der Schanzen-bäckerei
über Deutschsein, Fremdsein und längeres gemeinsames Lernen.
(...)
Welt am Sonntag: Dann sind Sie auch für längeres, gemeinsames Lernen?
Wöhlke: Unbedingt. Ich bin für den Ausbau von Ganztagsschulen und längeres, gemeinsames Lernen, wenn Qualität und individuelles Lernen gewährleistet sind. (weiterlesen...)
Richtigstellung der Behörde für Schule und Berufsbildung - 19 Feb 2010
In einer heutigen Infomail behauptet die Initiative „Wir wollen lernen“, es gäbe „neue(n) Spar-Pläne(n) von Schwarz-Grün ausgerechnet im Förderbereich“. Das ist falsch.
Hamburg hat sich als eines der ersten Bundesländer auf den Weg gemacht, die Forderungen der UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen zu verwirklichen. Beginnend mit den Klassenstufen 1 und 5 im Schuljahr 2010/11 werden in Zukunft Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, deren Eltern dieses wünschen, an der Regelschule beschult.
Falsch ist die Behauptung, es werde dabei gespart. Dabei wird nicht gespart, sondern alle Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf erhalten die gleichen Ressourcen wie bisher. Neu ist lediglich, dass die Eltern entscheiden können, ob ihre Kinder diese Förderung an einer Sonderschule oder einer Regelschule erhalten. Die Ausstattung der Integrationsklassen und der Integrativen Regelklassen (I- und IR-Klassen), in denen die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet werden, bleibt gleich. (Quelle)
Umfrage: Mehrheit ist für längeres gemeinsames Lernen - 18 Feb 2010
Die Mehrheit der Deutschen spricht sich laut einer Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag des "Sterns" für längeres gemeinsames Lernen aus. Danach halten 53 Prozent der Befragten einen Wechsel nach sechs Grundschuljahren auf die weiterführende Schule für besser, während 35 Prozent für das bislang in Deutschland vorherrschende Modell einer vierjährigen Grundschule sind. (weiterlesen...)
Mehrheit für Primarschule - 18 Feb 2010
Umfrage stützt Hamburger Schulreform. Auch der ehemalige Bürgermeister von Dohnanyi spricht sich dafür aus. (weiterlesen...)
Senat und SPD sind sich bei der Schulreform fast einig - 18 Feb 2010
"Ich bin sehr optimistisch, dass zwischen der SPD und den beiden Regierungsfraktionen in dieser Frage ein Konsens gelingen wird", sagte der SPD-Landesvorsitzende Olaf Scholz. "Das war ein regelrechter Durchbruch heute. Ich bin sehr hoffnungsfroh, dass wir einen Konsens in der kommenden Woche endgültig hinbekommen", bekannte der stellvertretende CDU-Fraktionschef Wolfgang Beuß. (weiterlesen...)
Einig gegen Scheuerl - 17 Feb 2010
(...) Einigungswillen auf allen Seiten also. Während die Sozialdemokraten auf die von ihnen einst bekämpfte sechsjährige Primarschule einschwenkten, fordern sie ein praktikables und sozial gerechtes Elternwahlrecht und zumindest die teilweise Wiedereinführung der Lernmittelfreiheit. Die Befürchtungen von GAL-Fraktionschef Jens Kerstan, die SPD wolle "noch einmal Verhandlungen über die ganze Struktur der Schulreform", erfüllten sich damit nicht. (weiterlesen...)
Auf dem Weg der Besserung - 17 Feb 2010
(...) Es wird beim Volksentscheid nicht unwesentlich darauf ankommen, dass die SPD ihre Anhänger mobilisieren kann, um der bescheuerlten Volksinitiative die Rote Karte zu zeigen. Der Scholz-Kurs, die schwarz-grüne Schulreform im Prinzip zu bejahen, aus ihren Schwachstellen aber immer wieder Honig für die SPD zu saugen, ist inhaltlich, taktisch und strategisch der einzig zukunftsweisende Weg. (weiterlesen...)
"Wir haben die Menschen zu wenig begeistert" - 14 Feb 2010
Interview mit Ole von Beust u.a. zur Schulreform
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Angst vor der Individualität in Hamburg - 11 Feb 2010
(...) Das Schlagwort für eine Umsteuerung des Lernens, das den Einzelnen mit seinen Wünschen, Stärken und Schwächen erst nimmt, heißt "Individualisierung". Sie ist das wirkliche Thema hinter Schulreformen, wie der in Hamburg. Dass jeder Mensch anders lernt ist im Grunde eine Selbstverständlichkeit und dennoch eine lang vernachlässigte und für viele – gerade auch Pädagogen – neue Erkenntnis. Lernen in der Schule wurde bisher überwiegend als die passive Seite von Belehrung verstanden, nicht als konstruktive Leistung aktiver Individuen, von denen keines wie ein anderes tickt. (weiterlesen...)
Eine Feuerprobe für Schwarz-Grün - 10 Feb 2010
(...) Es ist gut, dass Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) die Verhandlungen abgebrochen haben und hart in der Sache bleiben. Selbst wenn sie am Ende deshalb scheitern. Das ist besser als ein sich jahrelang hinziehendes Umstellungschaos nach einem verwirrenden Stufenplan. Mit einer verwässerten Reform hätten CDU und Grüne ohnehin verloren - an Ansehen bei den Anhängern. (weiterlesen...)
Eine dritte Front eröffnet - 4 Feb 2010
(...) Dass ihnen die Zugeständnisse des Senats an die Volksinitiative "Wir wollen lernen" zu weit gehen, haben Unterstützer der Primarschule in den vergangenen Tagen immer wieder erklärt. Bei Statements aber soll es offenbar nicht bleiben: "Wir wollen, dass die Primarschule verbindlich für alle in 2011 eingeführt wird", sagt Stefanie von Berg von der Elterninitiative "Pro Schulreform". Daher prüfe man "ernsthaft, ob wir eine Volksinitiative gründen", so von Berg. (weiterlesen...)
Die traditionelle Schule ist überholt - 3 Feb 2010
(...) Die großen Durchbrüche entstehen heute aber meist dann, wenn es gelingt, verschiedene Aspekte oder Wissensgebiete, zwischen denen Beziehungen zunächst nicht offensichtlich sind, zu synthetisieren. Je komplexer unsere Arbeitswelt wird, und je mehr der Umfang kodifizierten Wissens zunimmt umso mehr gewinnen außerdem Menschen an Bedeutung, die die Komplexität nicht nur verstehen, sondern auch anderen zugänglich machen können. Fächerübergreifendes Lernen wird in der Schule der Zukunft daher eine immer wichtigere Rolle spielen. (weiterlesen...)
Versetzung von Schwarz-Grün gefährdet - 3 Feb 2010
(...) Die harte Haltung der Initiative hat die öffentliche Unterstützung für ihre Positionen zuletzt sinken lassen. Viele Eltern, die beim Volksbegehren unterschrieben haben, sind nicht grundsätzlich gegen die Primarschule. Ihnen ging es in erster Linie um ihr Wahlrecht bei der Entscheidung über die weitere Schullaufbahn. Wenn der Senat wie angekündigt hier nachgibt, fehlt den Reformgegnern ein wichtiges Argument. (weiterlesen...)
Das zitternde Klassenzimmer - 2 Feb 2010
(...) Aber eines sollte auf keinen Fall passieren: einen sogenannten Kompromiss schließen, der ein Viertel der Grundschulen in der Hansestadt auf sechs Jahre umbaut – und den Rest bei vier Jahren Laufzeit belässt. Bitte, die sechsjährige Grundschule ganz oder gar nicht. Denn das Angebot der Initiative "Wir wollen lernen" ist ein vergiftetes.(weiterlesen...)
Schulstreit: Initiative kündigt Zugeständnisse an - 2 Feb 2010
(...) Vor allem die Befürworter der Primarschule haben im Streit über die Argumentationsvorherrschaft in den vergangenen Tagen kräftig nachgerüstet. "Pro Schulreform" wirbt im Netz mit einem viereinhalb Minuten langen Video, das anhand der Starterschule Stübenhofer Weg die Vorteile des längeren gemeinsamen Lernens verdeutlichen will und Schulleiterin, Lehrerinnen sowie Eltern zu Wort kommen lässt. Der Beitrag findet offenbar sein Publikum: Er ist immerhin schon 580 Mal abgerufen worden. Im Stile persönlich gehaltener Credentials erklären Hamburger in einem anderen Video der "Chancen für alle - Hamburger Allianz für Bildung", warum es für sie keine Alternative zur Schulreform gibt. (weiterlesen...)



