Was wäre, wenn die Schulreform den Volksentscheid gewinnt...

Wenn die Befürworter der Schulreform den Volksentscheid gewinnen - Juhuu! -, bekommen wir alles, was im neuen Schulgesetz steht, einschließlich des längeren gemeinsamen Lernens. Details finden Sie unter "Schulreform in Hamburg"

 

Wenn die Gegner des längeren gemeinsamen Lernens ihn gewännen, dann...

  • kämen die kleinen Klassen in den Jahrgangsstufen 5 und 6 nicht. Denn die kleinen Klassen (anfangs 25 bzw. 20 Kinder, später 23 bzw. 19 Kinder) gelten nur für die ersten Jahrgänge. Wenn die 5. und 6. Klasse so wie bisher an der weiterführenden Schule angeschlossen sind, gelten in diesen Klassen auch die dortigen hohen Schülerzahlen (25 Kinder an der Stadtteilschule und 28 Kinder am Gymnasium).
  • würden keine Lehrer weiterführender Schulen an den Grundschulen unterrichten. Dadurch würde der vorgesehene frühere Fachunterricht ab der 4. Klasse durch diese Lehrer entfallen. Die Erfahrung und die besonderen Fachkenntnisse dieser Lehrkräfte würden auch für einen besseren Übergang der Schülerinnen und Schüler in die weiterführenden Schulen fehlen.
  • dann würden Grundschulpädagogen und Lehrerinnen und Lehrer der weiterführenden Schulen nicht gemeinsame Erfahrungen mit den Schülerinnen und Schülern machen. Dadurch sehen die Lehrer der weiterführenden Schulen, so wie jetzt, nicht schon die Schüler im Primarschulalter. Diese Lehrer haben aber einen anderen Einblick darüber, was von den Kindern in den weiterführenden Schulen verlangt wird. Dieser Einblick fehlt dann bei der Entscheidung über die weiterführende Schule.
  • würde das Kernstück der Reform, das längere gemeinsame Lernen, wegfallen.
  • würde die moderne "Neue Lernkultur" nicht in dem geplanten Umfang umgesetzt werden.
  • könnte das zentrale pädagogische Vorhaben "Fördern statt Wiederholen", also das Abschaffen des Sitzenbleibens, in dieser Form nicht realisiert werden (jährlich sind es 4000 Kinder in Hamburg, die ein Schuljahr wiederholen).
  • wäre die schon geleistete Vorbereitungsarbeit in den Grundschulen zumindest zum Teil umsonst. Lehrer und Schulleiter, aber auch Eltern und Schulentwickler erleben durch die Schulreform, insbesondere im Bereich der zukünftigen Primarschule, zzt. eine Aufbruchsstimmung und zeigen sehr viel Motivation bei der Umsetzung. Angesichts der vielen Fortbildungsmaßnahmen und Konferenzen zur Schulreform und Zusammenarbeit zwischen den Schulen würden die Beteiligten einen starken Dämpfer erhalten und ausgebremst werden. Es würde für lange Zeit schwer sein, diese Menschen erneut zu motivieren, sich wieder aktiv an weiteren verbessernden Maßnahmen zu beteiligen. Darunter leiden würden:
  • Kooperationen von Grundschulen und weiterführenden Schulen
  • Bildungskonferenzen in den Bildungsregionen
  • Entwicklung neuer Unterrichtskonzepte
  • Stärker individualisierter Unterricht
  • Teamarbeit im Kollegium
  • wäre die Wahl der 2. Fremdsprache nur von der weiterführenden Schule abhängig, nicht mehr von der Wahl der Eltern im Stadtteil. Denn im Schulverbund mit den umliegenden Primarschulen könnte das Fremdsprachenangebot ausgewogen und schulübergreifend und den Wünschen das Eltern entsprechend angeboten werden.
  • gäbe es keine Garantie, dass all die weiteren guten Dinge des neuen Schulgesetzes - auf die sich die Bürgerschaft mühsam geeinigt hat - alle umgesetzt werden. Viele Punkte würden wieder in die "politische Waagschale" gelegt werden müssen.

    und schließlich:
  • ginge von Hamburg das - verheerende - Signal aus: Bundesweit keine Reformen! (Und speziell: keine an den Gymnasien...)

 

Deshalb sorgen wir besser dafür, dass die Schulreform den Volksentscheid gewinnt. Sich zu enthalten hilft nicht.

Stimmen Sie ab - nur damit unterstützen Sie die nötigen Anpassungen der Bildung an die heutige Arbeits- und Lebenswelt!