Was ist richtig?

Von 9 Argumenten gegen die Primarschule sind vier falsch, drei irreführend und zwei durch die angekündigte Änderung des Schulgesetzes überholt.

 

1. Primarschulen mit bis zu 4 Standorten

Das ist falsch! Eine Primarschule mit vier Standorten gibt es nicht. Die Primarschulen werden nach dem Schulentwicklungsplan ganz überwiegend (107 von 164) an einem Standort eingerichtet (und in genau sieben Fällen an drei Standorten).

Dabei pendeln nicht die Kinder, sondern wenn überhaupt, dann die Lehrer. In manchen Fällen gibt es eine horizontale Trennung der Primarschule, d.h. dass die Schüler der Klassen 1-3 an einem Standort zur Schule gehen, die Schüler der Klassen 4-6 an einem anderen. In anderen Fällen laufen die Züge in allen Standorten von 1-6, spezielle Angebote finden dann in den Randstunden oder am Nachmittag statt.

 

2. Klassen werden abgeschafft

Das ist falsch! Klassen und Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer bleiben!

 

3. Jahrgangsübergreifender Unterricht überall über 3 Altersstufen

Das ist irreführend: Das jahrgangsübergreifende Lernen (JÜL) ist eine Möglichkeit für die Schulen, aber nicht flächendeckend vorgesehen. Es ist im Übrigen eine erprobte und erfolgreiche Methode, den Entwicklungsunterschieden der Kinder gerecht zu werden. Jede Schule kann eigenständig entscheiden, in welchem Ausmaß JÜL eingeführt wird. Das erweitert die Schulvielfalt.

 

4. Zurückbleiben der lernschwächeren Schüler, da sie länger an der Primarschule sind als leistungsstärkere Schüler

Das ist irreführend: Schwächere Schüler sollen nicht durch die anderen Schüler, sondern durch besondere Förderung durch die Pädagogen unterstützt werden. Wenn leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler die Primarschule schneller durchlaufen können, so ist das nicht „Zurückbleiben der Lernschwächeren“, sondern die Förderung starker Schüler!!!

 

5. Statt Klassenlehrern künftig nur noch "Jahrgangsteams"

Das ist falsch! Es gibt weiterhin Klassenlehrer. Sie arbeiten mit denjenigen Lehrkräften zusammen, die ebenfalls in diesen Jahrgang unterrichten, um frühere Fachangebote geben zu können. Dies gilt insbesondere für die Jahrgänge 4-6.

 

6. Nur noch jährliche "Lernentwicklungsberichte"

Das ist irreführend: Durch das neue, mehrstufige System der Leistungsbewertung und Rückmeldung wird die Einbeziehung der Eltern verbessert. Denn in jährlich mindestens zwei Gesprächen mit den Eltern wird der Lehrer oder die Lehrerin den Eltern darstellen, wie das Kind sich entwickeln, wo seine Stärken und Schwächen sind, und mit ihnen vereinbaren, wie gemeinsam an den Schwächen gearbeitet werden soll. Die These, dass Eltern mit geringerem Bildungsgrad lediglich Zahlen von 1 – 6 begreifen, ist nicht haltbar.

 

7. Schulformentscheidung der Zeugniskonferenz

Das ist überholt: Die Eltern sollen das letzte Wort haben. Deshalb wird das Verfahren entgegen der ursprünglichen Planung ergänzt durch Möglichkeit für Eltern, Ihr Kind für ein Probejahr auf das Gymnasium zu schicken, wenn die Kinder in diesem differenzierten Verfahren keine Gymnasialberechtigung erhalten. Am Ende der 7. Klasse entscheidet dann – wie bisher nach der 6. Klasse - die Leistung über den Verbleib auf dem Gymnasium. Die Kinder sind dabei zum Zeitpunkt der ersten Entscheidung zwei Jahre älter als bisher, womit die Entscheidungssicherheit über die weiterführende Schule größer ist. Und selbst zum Zeitpunkt der Entscheidung durch das Gymnasium sind die Kinder ein Jahr älter als bisher. Somit kann die Entscheidung über den Verbleib am Gymnasium sicherer ausfallen als im alten System.

 

8. Entmündigung der Eltern

Das ist überholt: s.o.

 

9. Langes einsames Lernen

Das ist falsch! Die Kinder lernen in größeren oder kleinen Gruppenzusammensetzungen. Um zu sehen, wir moderner Unterricht aussieht, hospitieren Sie in einer der Schulen, die jetzt schon mit diesen neuen Lern- und Lehrmethoden arbeiten und überzeugen Sie sich, wie viel die Kinder lernen und wie viel Spaß sie (trotzdem) dabei haben.

 

Wenn Sie Interesse an einer Hospitation haben, rufen Sie bei der Ihnen nächstgelegenen Schule an, die neue Lernmethoden benutzt. Vielleicht kennen Sie schon eine dafür geeignete Schule. Ansonsten: Schauen Sie sich die Karte auf der Seite Unterstützer an, suchen Sie die Ihnen am nächsten gelegene Schule, verfolgen Sie den Link zu der Schule und informieren Sie sich, inwieweit die Schule neue Lernmethoden benutzt (manche der Schulen sind noch in der Vorbereitungsphase). Wenn dies der Fall ist, rufen Sie die Schule an und bitten sie um einen Hospitationstermin.

 

Dazu Info von der Behörde